Offener Meinungsdiskurs und klare Regeln

Asyl

JU Kreisverband veranstaltet Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Flüchtlingssituation

Neustadt/WN. Der JU Kreisverband Neustadt/WN führte eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Flüchtlinge, Zuwanderung, Asylpolitik – was kommt auf uns zu?“ durch. Als Referenten/in konnte Kreisvorsitzender Benedikt Grimm Julia Dietrich, Psychologin beim Allgemeinen Sozial- und Schuldnerberatungsverein (AS) in Neustadt, MdB Albert Rupprecht und Dr. Johannes Weig, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes, begrüßen.

Die Referenten:

  • Julia Dietrich: Dietrich betreut seit Anfang des Jahres zwei Asylbewerberunterkünfte des AS Neustadt/ WN. Sie unterstützt die jungen Männer dabei im täglichen Leben, etwa bei Behördengängen oder beim Einkaufen. Aktuelle Probleme sieht sie vor allem im geringen Verständnis des deutschen Systems durch Flüchtlinge und in der fehlenden Gesamtplanung durch die Politik.
  • Albert Rupprecht: Rupprecht hat aus zahlreichen Gesprächen mit Bürgern Leitbilder entwickelt, die in der aktuellen Situation immer mit einbezogen werden müssen. Dazu gehören „Realismus statt ideologischer Kämpfe“, „Menschlichkeit statt Menschenverachtung“ und „Aufrichtigkeit und Offenheit im Umgang mit den Menschen“. Diese korrespondierten aber auch mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung aller.
  • Johannes Weig: Weig führt medizinische Erstuntersuchungen von Flüchtlingen durch. Behandelt werden könnten aktuell jedoch nur akute Krankheiten und Schmerzzustände. Die meisten Erkrankungen seien Kopfschmerzen, Erkältungen und Traumata. Große Probleme bereitet im medizinischen Bereich vor allem die Sprachbarriere.

Nach einer knappen Einführung durch Grimm, der auf die „Omnipräsenz“ der Thematik hinweist und sich daher eine offene, vorurteilsfreie Diskussion wünscht, folgte eine kurze Eigenvorstellung, der Referenten mit anschließender Diskussion.
In dieser verständigen sich die Teilnehmer auf die Notwendigkeit einer realistischen Betrachtung der aktuellen Situation und klare Regeln, um eine soziale Gleichberechtigung zwischen Asylbewerbern und Inländern zu gewährleisten. Vermieden werden soll dadurch, dass die zurzeit große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung sich in Abneigung wandelt. Notwendig dazu seien vor allem eine unverzerrte mediale Berichterstattung und die Möglichkeit offenen Meinungsdiskurses.
Rupprecht plädiert außerdem für eine dauerhafte und schnelle Integration, die aber auch Ansprüche und Forderungen an die Asylbewerber umfasst. Im Gegenzug müsse allerdings eine schnellere Abschiebung derer gewährleistet werden, die keinen Anspruch auf dauerhaften Aufenthalt haben. Auch der Maßnahmenkatalog der CDU/CSU Bundesfraktion sehe eine Verkürzung der Höchstdauer des Aufenthalts auf drei Monate für Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern vor. Des Weiteren umfasst der Maßnahmenkatalog unter anderem die Stabilisierung und Ursachenbekämpfung in den Herkunftsländern und die Notwendigkeit eines europäischen Asylrechts, sowie den Ersatz von Geld- durch Sachleistungen um Fehlanreize zu reduzieren. Insbesondere die Realisierbarkeit des Maßnahmenkatalogs wird jedoch von den anderen Referenten bezweifelt. Rupprecht verweist jedoch darauf hin, dass natürlich manche Maßnahme als kurz-, andere als langfristige anzusehen sind.
Durch das Beispiel gelungener Integration von Asylanten in Waldthurn, findet die Veranstaltung einen positiven Abschluss.

Asyl 2